Macht’s Euch hyggelig! – und: Frohe Weihnachten!

Liebe Leserinnen und Leser,

es mag Euch vielleicht ein wenig früh erscheinen, aber mir ist der Zeitpunkt gerade recht: Ich wünsche Euch eine schöne Adventszeit – und: Frohe Weihnachten!

Fast schon wie die allzu rasch verwelkenden „Guten Vorsätze fürs neue Jahr“…

… habe ich mir in den letzten Jahren stets und immer wieder (und stets und immer wieder vergeblich) vorgenommen, die Vorweihnachtszeit ruhig und besinnlich – im Sinne dieses Blogs: langsam anzugehen.

Dieses Jahr sind bereits Ende November tatsächlich alle Geschenke gekauft und auch ansonsten ist alles so weit organisiert… Es sieht so aus, als würde ich es dieses Jahr erstmals wirklich schaffen, nicht bis zur letzten Minute noch möglichst viel schnell-schnell abzuhaken und jobtechnisch in trockene Tücher zu bringen.

Nein, in diesem Dezember werde ich das Jahr vor mich puddelnd durchaus arbeitend – aber ohne große Termine – in Ruhe ausklingen lassen, ein Weilchen ins paradiesische Offline-Nirvana driften, die dunkle Jahreszeit bewusst wahrnehmen und meine freie Zeit bei Kerzenschein, heißem Tee, ein paar Büchern – und viel Schlittschuhlaufen genießen.

So lass ich das lebelieberlangsam-Jahr schon jetzt vorweihnachtlich und hyggelig1 ausklingen…

 

Mein Fazit zu den ersten Monaten lebelieberlangsam.de? Nun, es macht mir viel Freude, meine Gedanken auf diese Weise zu strukturieren, auch mal Dampf abzulassen, über meinen Weg als Komponist zu reflektieren und meine Überlegungen zum ‚guten Leben‘ zu einem ‚Gebäude‘ zusammenzufügen.

Ein wenig überrascht bin ich, dass der LLL-Blog deutlich politischer geworden ist, als ich vorher angenommen habe. Tatsächlich nicht geplant war, dass sich lebelieberlangsam neben unseren individuellen Bedürfnissen so stark und ausführlich auch mit der vorherrschenden Politik und Gesellschaft befasst. Aber da unsere individuelle Befindlichkeit gekoppelt ist an die (groteske!) politisch-gesellschaftliche Lage sowie an politische Weichenstellungen zur Zukunft rund um Verkehrswende, Klimawandel etc. pp., kann wohl das Eine ohne das Andere nicht sein.

 

Was bisher definitiv zu kurz gekommen ist bei LLL ist die Tatsache, dass zu lebelieberlangsam auch ganz klar gehört, sich physisch via Sport auszulasten. Das vergessen übrigens nebenbei bemerkt 99% der so beliebten Ratgeberbücher/-zeitschriften rund um den Themenkomplex ‚gutes Leben‘ komplett! (s.a. LLL-Beitrag „Die Ist-und-Soll-Diskrepanz“)

Also: Tob‘ Dich aus – am besten Draussen… Du weißt schon, dieses Nicht-Drinnen, dass man Natur nennt. Ohne Dach, Heizung, Dosenhalter und Klimaanlage… smile.

Auf der Basis von gefühlt 320 Hamburger Schlechtwetter-Tagen jährlich kann ich vermelden: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur unangemessene Kleidung2).

 

Die Deutschen haben massive Schlafprobleme3 – aber OMG, was erwarten sie, die späten Nach-Nachfahren von dauerlaufenden Jägern&Sammlern, wenn sie sich morgens nach wenigen Schritten ins Auto hieven, acht und mehr Stunden am Schreibtisch körperlich gesehen vor sich hingammeln, dabei zusammengekauert auf Bildschirme starren und dann abends füßehochlegend ‚Couchpotatoe‘ spielen?

Und, das Spannende ist, wenn wir körperlich ausgelastet sind – und hier ist kein Leistungssport gemeint, sondern einfach nur ein ausreichendes Maß an Bewegung -, dann haben wir auch vollkommen andere Bedürfnisse. Wir wollen: frische Nahrungsmittel4. Sind m.E. deutlich weniger Bildschirm-affin. Wir sind kommunikativer. Weniger gereizt. Haben einen Blick fürs Ganze. Uns kann kaum etwas aus der Ruhe bringen. Und apropos Ruhe: Auch die Schlafstörungen werden – so kein grundlegendes gesundheitliches Problem vorliegt – im Regelfall zurückgehen.

 

So, ich geh‘ jetzt auf die Eisbahn…5

Was auch immer Deine bevorzugten Aktivitäten sind – ich wünsche Dir eine ruhige und besinnliche weihnachtsstressfreie Zeit. LLL.

Happy Xmas. And a happy new year.6

Marc Pendzich

 

PS: Falls Du lebelieberlangsam vermissen solltest – hier gibt es bestimmt noch den einen oder anderen Beitrag, den Du noch nicht entdeckt hast – viel Spaß beim Schmökern…

 


 

Quellen/Fußnoten:

1 Definition Hygge

Das dänische Wort „Hygge“ umschreibt hingegen ein ungleich zurückhaltendes Leben. Konkret meint Hygge den Zustand des bewussten, runterfahrenden, wertschätzenden Miteinander-Abhängens z.B. bei Kerzenschein und Tee, des Palaverns mit Freunden, ohne zu tief in konfliktreiche (z.B. politische) Themen einzusteigen – und beschreibt letztlich das Streben nach freier Zeit (Freizeit) und Zeit-Erleben (allein oder mit Vertrauten) ohne großen materiellen oder organisatorischen Aufwand.

aus:

 

2 Thema „körperliche Auslastung“

Marquardt hebt hervor, dass Jogger ihren inneren Schweinehund nicht überwinden, weil ihnen das Joggen so gut gefällt – nein, weil sie sich danach so gut fühlen. Und das gilt auch bei massiv schlechtem Wetter.

Ich persönlich liebe Nasser-Waldweg-Jogging, das riecht gut, ich fühle mich pudelowohl bis in die Fingerspitzen und ich bin pitschpatschnass wie einst beim Pfützenspielen…

    • vgl. Marquardt, Matthias (2012):  instinktformel. Das Erfolgsprogramm, das Sie wirklich glücklich macht. S. 218.
      (Nach meiner Ansicht ein nicht sooo gelungener Buchtitel, aber m.E. kompetent und verständlich geschrieben)

 

3 Thema „Schlafstörungen der Deutschen“:

Burmeister, Thomas (2017): „Fehlende Nachtruhe: Deutschland schläft schlecht.“ in: SPIEGEL ONLINE

 

4 Thema „Sportler haben andere Bedürfnisse und stehen auf frische Nahrungsmittel“

  • vgl. Marquardt, Matthias (2007): Warum Laufen erfolgreich macht und Grünkern-Bratlinge nicht. S. 87

 

5 Ich liebe diesen Ort: Deutschlands größte Open-Air-Eisbahn in ‚Planten un Blomen‘, mitten in einer der grünen Oasen Hamburgs.

 

6 Frei nach John Lennon, der in der Post-Beatles-Ära – sagen wir mal – offenbar der eher gemütliche Typ war.

 

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